Landesschachbund
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Breiten- und Freizeitschach
Großes
Kindertagsfest - natürlich auch mit Schach
Am Vortag des 1. Juni 2008 lud die Kinderwelt gGmbH alle Kinder und
deren Eltern und Großeltern zu einem großen Kindertagsfest in die Frankfurter
Oderlandhalle. Horteinrichtungen und Kitas boten allerlei Kunterbuntes für
jeden Geschmack. Der allseits bekannte Adi sorgte für sportliche Stimmung im
Wettstreit der "weltbesten KITAs", Pittiplatsch, Schnatterinchen und
Herr Fuchs hatten ebenso ihren Auftritt, wie zum Abschluss der Veranstaltung
auch ein Schimpanse, der einige Kunststücke aufführte. Und mittendrin in
diesem Spektakel selbstverständlich auch ein Schachstand, der Groß und Klein -
nicht nur Schachspieler - einlud, sich mit dem Thema Schach auseinander zu
setzen. Alle Hände voll zu tun hatte Standbetreuer Thomas Noack vom
Stadtschachbund, um die ungefähr 30 interessierten Jungen und Mädchen mit
ihren Freunden, Eltern und Großeltern zu beschäftigen. Die Auswahl fiel nicht
leicht, konnte jeder der wollte, doch ein "Quiz für Schach-Kenner" lösen,
eine Figuren-Pyramide bauen, ein Schachbild ausmalen, sich an einfachen
Schachaufgaben probieren oder auch versuchen ein auseinander geschnittenes
Schachbrett wieder zusammen zu setzen. Und daneben konnte auch einfach ein
normale Partie Schach gespielt werden. Besondere Aufmerksamkeit weckte hier dann
immer der Schachkampf zwischen der Familie von Bart Simpson und den
Trickfilmfiguren Road-Runner, Sylvester, Granny mit Tweety, Speedy Gonzales und
Co. Da war es selbst für den Schachgeübten nicht immer einfach die Figuren
richtig zuzuordnen, was zusätzlich für eine Menge Spaß sorgte. Jeder der sich
an den Schachstand wagte, bekam zunächst eine Energieration in Form einer
kleinen Tüte Gummibärchen. Und wer gar mehrere der gestellten Aufgaben erfüllte,
durfte sich über eine eigens für diesen Zweck gestaltete Urkunde freuen und
einen kleinen Sachpreis mit nach Hause nehmen. Auch wenn der Betreuer am Abend
doch ziemlich geschafft war, es war auf jeden Fall eine rundherum gelungene
Veranstaltung, die für viel Spaß bei Groß und Klein sorgte.
Thomas Noack
Tour de Schach
So nennt sich eine Fahrradsternfahrt, die symbolisch seit drei Jahren im Sommer
die Austragungsorte der bisherigen Schach-Olympiaden (Mannschaftswettkämpfe für
Nationalteams der Männer und Frauen, die alle zwei Jahre durchgeführt werden)
in Deutschland mit Dresden verbinden. Dort findet im November 2008 die nächste
Schach-Olympiade mit etwa 1.500 Teilnehmern statt. In diesem Sommer radelten die
Schachspieler vom 2. bis 8. August 2007 auch über Brandenburger Gebiet. Öffentliche
Wahrnehmung, Werbung für Dresden 2008 und natürlich Schach als Breitensport
waren die Hauptziele der Etappenstopps von Bad Schmiedeberg über Herzberg,
Lauchhammer, Senftenberg, Lübbenau, Cottbus, Forst nach Weißwasser. Die
Touretappen betrugen zwischen 25 und 60 km. Am Zielort angekommen wurde auf dem
Marktplatz (Herzberg/E.), im Marktkauf-Center (Lauchhammer), an der Niemtscher Mühle
(Senftenberg), am Spreefährhafen (Lübbenau), auf dem Schlosskirchplatz
(Cottbus) und auf dem Lindenplatz im Stadtzentrum (Forst) die Vielfalt des
Schachsports öffentlich präsentiert. Es wurde jeweils das Großfeldschachbrett
(4 x 4 m) aufgebaut und auf Bierzeltgarnituren von Vereinsspielern und vor allem
Passanten Schach gespielt. Hauptverantwortlich für die Organisation waren die
ortsansässigen Vereine Königsspringer Herzberg, Schachfreunde Lauchhammer, SV
Senftenberg, SSG Lübbenau, Lok RAW Cottbus und Forster SC 95. Der Brandenburger
U 18-Meister Clemens Rietze spielte beispielsweise in Herzberg/E. gegen
mehrere Gegner gleichzeitig und als Höhepunkt eine Schachpartie ohne das Brett
und die Figuren zu sehen. Auch der Senftenberger Spitzenspieler Klaus-Dieter
Kesik absolvierte seine Partien gegen 20 (!) Spielpartner gleichzeitig, in
dem er von Brett zu Brett ging. Natürlich war auch die örtliche Politprominenz
vertreten. So z.B. die Bürgermeisterin von Lauchhammer, Elisabeth Mühlpforte,
die die Veranstaltung eröffnete, oder der Herzberger Bürgermeister Michael
Oecknigk, der sogar mitradelte. Das städtische Fernsehen „WMZ
Stadtkanal“ war in Lauchhammer dabei. Der Präsident des Landesschachbundes
Brandenburg, Hilmar Krüger, besuchte die Veranstaltung in Herzberg/E.
und Thomas Noack, Landesjugendwart, war in Lübbenau anwesend.
Norbert Heymann
Informationen von den einzelnen Etappen: Forst
Senftenberg
Cottbus
Lübbenau
Lauchhammer
Herzberg
Mit einer
Fahrradsternfahrt sollen symbolisch die vier bisherigen Austragungsorte
einer Schach-Olympiade in Deutschland mit Dresden, wo im nächsten Jahr
das Großereignis stattfindet, verbunden werden. Von Leipzig (1960) nach
Dresden (2008) führt die Fahrradtour erstmalig über Brandenburger
Gebiet:
Do. 02.08.2007: Bad Schmiedeberg –
Herzberg (ca. 40 km – Ansprechpartner Uwe Seigerschmidt – Post SV
Herzberg)
Fr. 03.08.2007: Herzberg – Lauchhammer
(ca. 35 km – Ansprechpartner: Tibor Lebo - SF Lauchhammer)
Sa. 04.08.2007: Lauchhammer -
Senftenberg (ca. 25 km – Ansprechpartner: Manfred Müller - SV
Senftenberg)
So. 05.08.2007: Senftenberg – Lübbenau (ca. 60 km –
Ansprechpartner: Horst Schinagl - SSG Lübbenau)
Mo. 06.08.2007: Ruhetag
in Lübbenau
Di. 07.08.2007: Lübbenau – Cottbus (ca. 35 km – Ansprechpartner:
Reinhard Jentzsch - Lok RAW Cottbus)
Mi. 08.08.2007: Cottbus – Forst (ca. 25 km
- Ansprechpartner: Martin Neumann - Forster SC 95)
Landesforum
Breitensport und Sportentwicklung
Am 24. März 2007 fand in Potsdam mit 98 Teilnehmern diese Veranstaltung unter
dem Motto „Demografischer Wandel in Brandenburg – Folgen für die
Sportentwicklung – Strategien und Handlungsfelder, Projekte und Maßnahmen“
statt. Der Landesschachbund Brandenburg wurde vom 1. Vizepräsidenten vertreten.
Schnell wurde deutlich, dass die Überalterung der Gesellschaft auch am Sport
nicht spurlos vorübergeht. Es gibt verlässliche Berechnungen, nach denen im
Jahr 2020 jeder vierte Brandenburger über 65 sein wird und nur noch 10 %
unserer Bevölkerung das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Erweitert man
das Zeitfenster, so wird die Brandenburger Einwohnerzahl im Jahr 2050 um 800.000
zurück gegangen sein. Vorboten zeigen sich schon jetzt; so gehen kontinuierlich
im Brandenburger Sport die Mitgliederzahlen in den Bereichen der 7 bis 18-Jährigen
und der 26 bis 40-Jährigen zurück. Auch wenn der Schachsport hier ein
Trendbrecher ist, so soll dies doch nicht darüber hinweg täuschen, dass auch
wir vor neuen Herausforderungen stehen. Das Umdenken im Landessportbund – stärkerer
Fokus auf den vereinsgebundenen Breiten- und Freizeitsport – ist bereits weit
fortgeschritten. Ein weiteres, erschreckendes Bild zeichnet sich in den
Mitgliederentwicklungen ab, wenn diese auf die Ebene der Stadt- und Kreissportbünde
gehoben wird. Die Randgebiete liegen hier nicht nur geografisch am Rand! Dies
geht im Kreis Elbe-Elster sogar so weit, dass sich drei völlig unterschiedliche
Vereine (Freiwillige Feuerwehr, Gesangs- und Sportverein) unter einem Dach
zusammen finden. Nur noch ein Vorstand, nur noch eine Satzung, nur noch eine
Kasse. Man hat dort positive Erfahrungen damit gemacht. Doch dies vielleicht
auch nur, weil sich vernünftige Leute zusammen gesetzt haben, von denen nicht
jeder auf einem Egotrip ist. Denn schließlich gibt es viel zu viele Vereine
(auch Schachvereine!), in denen der Vorsitzende ein kleiner König ist. Sehr
positiv ist hingegen die Mitgliederentwicklung in den Bereichen Mädchen/Frauen,
Kinder im Vorschulalter und Senioren. Interessanterweise führen eine vermehrte
Öffentlichkeitsarbeit und Werbemaßnahmen nicht zwangsläufig zu mehr
Vereinsmitgliedern. Gerade bei Randsportarten in ländlichen Gebieten ist die
Klientel einfach schon „abgegrast“. Anders verhält es sich in den mittleren
und größeren Städten Brandenburgs. Hier gibt es auch für den Schachsport
vielfach noch sehr viel brachliegendes Potential. Die Bildung von
Spielgemeinschaften zwischen Vereinen einer Sportart stößt dagegen auf viel,
sehr viel, Skepsis. Im Frauensport und Sport bei der U 10 mag dies Sinn machen.
Im Bereich der älteren Jugendlichen und Erwachsenen wird damit fast ausschließlich
die Faulheit und Inkompetenz der Funktionäre bemäntelt. Keine Maßnahmen zur
Mitgliedergewinnung, keine Werbemaßnahmen, keine Öffentlichkeitsarbeit und
wenn der Verein überaltert, wird mit Spielgemeinschaften ein nicht allein
lebensfähiges Gebilde künstlich beatmet. Viel größeren Erfolg bei der
Mitgliedergewinnung haben spezielle Angebote für Zielgruppen, und natürlich
Kooperationen mit anderen Sportarten. Z.B. Schach + Laufen, Schach +
Tischtennis, Schach + Radfahren. Brandenburg liegt über dem Bundesdurchschnitt,
was das Reagieren auf den Demografischen Wandel betrifft - 76 % aller Vereine
sind bereits hier aktiv. Nach den unserem Präsidium vorliegenden Informationen
ist diese Zahl nahezu deckungsgleich mit den Schachvereinen, die bereits
reagieren. Ein paar Schlafmützen gibt es überall....
Viel verspricht sich der Landessportbund vom Ganztagsschulangebot. Es gibt 235
Ganztagsschulen und die Chance des Angebots von Neigungsunterricht war bereits
Thema unserer Kreistag im letzten Monat. Hier sind die Schachspieler auf jeden
Fall vorn mit dabei!
Auch gewinnt ein Verein immer mehr Bedeutung als soziale Begegnungsstätte.
Nicht nur in den Randgebieten, wo das Sport- und Kulturangebot vielleicht nicht
ganz so üppig ist. Immer wichtiger werden für den Landessportbund auch die Übungsleiter.
Und hier nicht nur die reine Wissensvermittlung in Bezug auf die jeweiligen
Sportarten. Vorbildwirkung, Wertevermittlung, Anerkennung von Autorität sollen
künftig stärker in der Ausbildung heraus gestellt werden. Die vom
Landessportbund angestrebte Anhebung des Freibetrages für Übungsleiter auf
2.100 EUR tut sicher ein übriges, um die Arbeit der lizensierten Übungsleiter
attraktiver zu machen.
Norbert Heymann